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Kann man mit Kugelschreiber-Montage reich werden?

Stellenangebote zur Kugelschreiber-Montage oder ähnlichen einfachen Handgriffen von zu Hause aus faszinieren regelmäßig die Leser von den Stellenangeboten. Doch sie fragen sich, wie seriös diese Angebote sind.

Es klingt wie ein Traum, anstatt sich täglich ins Büro zu quälen, bleibt man zu Hause und montiert Kugelschreiber. Montage verlieren ihren Schrecken, wenn man sich die Arbeitszeit frei nach der eigenen Laune einteilen kann. Kein Chef steigt einem aufs Dach, wenn man die Quote nicht erfüllt. Man arbeitet einfach so viel, wie man möchte. Einzig der Wunsch nach mehr Geld treibt einen an, schneller zu werden. Arbeiten von zu Hause aus ist der Traum vieler geplagter Arbeitnehmer, denen die geregelte Arbeit in Büro oder Firma nicht gedankt wird.

Kugelschreiber-Montage ist oft aber auch für Arbeitslose ein Silberstreif am Horizont. Für diese Arbeit werden keine Qualifikationen verlangt. Niemand fragt nach dem Alter, das bei allen bisherigen Vorstellungsgesprächen zum Stolperstein wurde. Nahezu jeder, der sich bewirbt, wird auch genommen. Der Haken an der Sache ist der erreichbare Stundenlohn. Für jemanden der gerne in einem Beruf arbeiten würde, den er gelernt hat, sind die Löhne, die bei der Heimarbeit erreicht werden können, sehr gering. Doch im Vergleich zu den Zuwendungen, die einem Arbeitslosen vom Staat zugesichert werden, ist auch dieser geringe Lohn ein Fortschritt. Nicht allein, weil man mehr Geld bekommt, sondern vor allem, weil man niemandem mehr Rechenschaft schuldig ist, wenn man sein tägliches Brot durch der eigenen Hände Arbeit verdient.

Es gibt viele verschiedene Handgriffe, die man in Heimarbeit verrichten kann. Die Montage von Kugelschreibern ist die bekannteste Variante. Manche Firmen lassen auch Prospekte von Hand falten oder in Kuverts füllen. Auch andere kleine Geräte müssen erst montiert werden, bevor sie verkauft werden können. Reich wird man mit diesen Handgriffen nicht. Die Firmen werden nur solange Menschen beschäftigen, wie deren Gehalt so niedrig bleibt, dass eine Maschine für die Aufgabe zu teuer wäre. Die Mitarbeiter sind überwiegend frei beschäftigt, wodurch sich die Firmen auch die Lohnnebenkosten sparen. Aber auch die Freiheit der Arbeitnehmer, ihr Arbeitspensum und ihre Urlaubszeiten selbst zu bestimmen, steigt durch diese Beschäftigungsform.

18.05.2010